Vier Mann trafen sich am späteren Vormittag des Ostersamstags für eine richtig ordentliche Tour von Lauchringen nach Bettmaringen, von Schleitheim (CH) über den Randen nach Gächlingen, Neunkirch bis Klettgau-Erzingen und zurück nach Lauchringen.
Erst bis Detzeln, gleich ging es rasch etwas hoch, vorbei am großen Steinbruch und entlang des Steinatals bis Raßbach.
Die Bedingungen waren noch frisch und die Sonne sollte erst nachmittags kommen. Auf jeden Fall trocken. Auf der Höhe hinter Raßbach hatte man das Gefühl, das Meiste an Höhe sei schon geschafft.
Mitnichten. Oberhalb von Untermettingen und Eggingen führte der wunderbare Weg auf dem Bergrücken weiter nach oben bei wechselndem Untergrund bis nach Bettmaringen.
Anstieg hinter Raßbach
Die Aussicht auf den massiven Randen wurde mit jedem Höhenmeter besser. Beim Randen handelt es sich geologisch um einen Ausläufer der schwäbischen Alb, nicht des Schwarzwaldes.
Außerdem wollten wir den Anstieg dort am Nachmittag in Angriff nehmen. Auch das noch. Bislang waren wir bis zur Kreuzung unterhalb der mittleren Alp gekommen. Jacke ausziehen, Jacke anziehen, ständig musste angepasst werden. Bergauf wurde es durchaus warm. Weiter oben wurde es frischer und ein kalter Wind zog spürbar um den Helm.
Der vorerst höchste Punkt auf 770 Metern war erreicht. Der Höhenweg Richtung Osten führte uns über Wald und Wiesen angenehm und leicht bergab bis zur Kalvarienberghöhe oberhalb von Stühlingen. Im Hintergrund blinkten die Schneefelder der entfernten Alpen.
Jacke an, Jacke aus. Wir sind ziemlich weit oben.
Beim erneuten Jackenwechsel kam uns eine Familie auf ihren Rädern entgegen – bergan versteht sich. Dem Anschein nach hatten Mutter und Vater ein E-Bike, die drei, vier Kinder waren ohne Motor unterwegs. Eine Tochter auf ihrem Gravelbike war wiederholt und kräftig am Ausrufen – der mühsame und lange Aufstieg war das Thema.
Ganz anders bei uns. Da ging es inzwischen mit Freuden rasant bergab bis ins Zentrum von Stühlingen. Hier fanden wir für kurze Zeit bekannte Wege. Das ging so bis Schleitheim. Beggingen war der nächste Ort, bisher eher unbekannt und Tal. Es war merklich wärmer geworden: Jacke aus, Helmmütze weg.
Am Ortsausgang begann erneut die Arbeit bergauf. Es wäre - wie für die junge Dame vorhin - zum Ausrufen gewesen. Allerdings hatten wir uns diesen steigenden Pfad ja ausgesucht und er war so schön zu fahren.
Pausen waren bisher kein großes Thema. Nach der Bergankunft hielten wir ein paar Minuten inne. War ganz schön was los hier oben. Roß und Reiter waren unterwegs, Wanderer sowieso, eine Motorradgruppe hatte sich wohl verirrt und als E-Biker waren wir offensichtlich ganz und gar nicht alleine unterwegs. Auf rund 900 Metern folgten wir den gut ausgebauten Waldwegen durch die ausgedehnten Wälder. Dort fanden tatsächlich gerade Dreharbeiten statt zu einem historischen Film statt, ein Gendarm mit alter Uniform und Kamera-Equipement waren im mit Spezialeffekten vernebelten Unterholz zu erkennen.

Im Randenwald: Martin, Christian, Joachim, Roland
Runter zur Siblinger Höhe wollten wir. Um uns auf den verschiedenen Ausläufern der Höhenzüge nicht zu verheddern, war der Weg der Wahl einer der Kategorie S0, also nicht asphaltiert und etwas gröber als ein normaler Forstweg. Allerdings war dieser Abschnitt von recht derber Art – gefühlt S2 oder mehr - und so wurden wir auf diesem Abschnitt mächtig und nicht enden wollend durchgeschüttelt.
Irgendwann waren wir wohlbehalten unten auf der lohnenden Siblinger Höhe angekommen, wurden entschädigt mit einer tollen Aussicht über das weite, frühlingshafte Klettgautal, der Bergwelt um den Säntis im fernen Hintergrund und einer der weltschönsten Abfahrten hinunter nach Gächlingen.
Zurück in der Zivilisation, passierten wir das Neunkircher Stadttor bevor es weiter ging auf dem Radweg entlang der Bahn Richtung Wilchingen. Die Sonne zeigte sich nun wohlwollend, nur der Westwind blies uns so was von mächtig als Gegenwind ins Gesicht. Egal, es ergab sich eine dennoch schnelle Passage, in der wir als ein Zug in Windschattenformation ordentlich Tempo aufnahmen. Mit Schenkelbrand und einem Herzschlag deutlich oberhalb des grünen Bereiches trotzte die Gruppe den Wi(n)drigkeiten. Hat uns einiges an Körner gekostet und dennoch richtig Spaß gemacht. Bald waren wir in Erzingen, um isotonische Getränke aufzunehmen.
Pause in Erzingen
Danach trennte sich die Gruppe. Die Fußballer schauten noch das Auswärtsspiel des eigenen Vereins beim Tabellenführer an mit freiem und sonnigen Blick auf die vorher noch erklommenen Randenberge.
Es ging dann schon in den Abend hinein bis wir bei Kilometer 75 zurück in Lauchringen waren. Die Waldshuter Kollegen hatten nach Erreichen ihres Ziels 20 Km mehr auf dem Tacho (Anfahrt). Es geht das Gerücht um, dass mit zwei, drei Zusatzrunden durch die Waldshuter Kaiserstraße die 100 Km noch vollends rund gemacht wurden. Glückwunsch zur dreistelligen Leistung.
Es sieht so aus, als wären wir in der Saison 2026 angekommen. Gott sei Dank. Unterm Strich war das ein hoch erfreulicher Ostersamstag.
Steinbruch in Detzeln. Auf dem Weg nach Bettmaringen
Schneefelder blinken
Noch bewölkt aber mit guter Laune
Christian, Joachim und Roland

Martin, Christian und Roland
Teilnehmer
Christian Wagner, Joachim Stoll, Roland Wißler und Martin Ruppelt.
Tour in Komoot
Unsere Touren-Klassifikation = XL++
"XL++" steht heute für die Strecke von 100 Km von Waldshut aus, 75Km von Lauchringen und 1140 Hm.
| Interne Legende zur Tourengröße |
| S = bis 20 Kilometer | M = bis 50 Kilometer | L = bis 80 KM | XL = bis 110 KM | XXL = größer 110 KM |
| + = größer 500 Höhenmeter | ++ = größer 1000HM | +++ = größer 1500HM | ++++ = größer 2000HM |






