Wutachtal - Lenzkrich - Schluchsee am 18. April 2026

Eine wunderbare Tour bei schönem Frühlingswetter mit frischen Abschnitten im Schwarzwald auf mehrfach spannenden Wegen. So lässt sich kurz unsere Tour vom vergangenen Samstag zusammenfassen.

Am Ende des Tages waren es 120 Km und 1650 Höhenmeter, hört, hört. Es war bereits in der Woche klar, dass Achim und ich zu zweit unterwegs sein werden. Da haben wir an der Tourenlänge nicht gespart.

Und wir wurden durchaus belohnt, hatten aber auch einen üblen Wermutstropfen zu beklagen. Aber von Anfang an. Treffpunkt war kurz vor 9 am Samstagmorgen im 'Café Fräulein Linde' in Oberlauchringen. Bei Gaby und Martina war schon mächtig was los. Es gab noch einen Kaffee, dann ging´s aber los.

Das Wutachtal fuhren wir entgegen der Flußrichtung durch Wutöschingen, Eberfingen und Stühlingen. Das zog sich schon etwas, war erstmal flach - eher mehr als weniger.

Beim neu gerichteten Stauwehr nach Eggingen machten wir einen kurzen Halt und bestaunten das mächtige Wasserbauwerk aus Beton und rätselten über dessen Funktion. Wie auch immer.

Rasch waren wir in Grimmelshofen. Die ruhige Straße Richtung Lausheim entlang der Sauschwänzlebahn war nicht mehr ganz flach und ab dem Abzweig nach Leinegg wurde es merklich anstrengender und vor allem: wärmer. Jacke und Beinlinge wurden abgelegt.

Einige Kehren waren zu nehmen bis wir kurz vor Blumegg den Wald verließen und sich unter strahlender Sonne weiß blühende Bäume und gelbe Löwenzahnwiesen auftaten. Die Straße nach Ewattingen hatten wir für uns alleine, ebenso die Aussicht auf den Randen mit seinen Türmen, die wir nach und nach erkannten.

Nicht mehr so steil aber Meter um Meter ging es weiter nach oben bis Münchingen. Ist da vorne schon Bonndorf? Oder ist das schon Reiselfingen, vielleicht Göschweiler auf der anderen Seite der Wutachschlucht? Wir rätselten auch hier, weil die Strecke für uns neu war, aber so was von schön.

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Schöne Fahrt hinter Blumegg

Hinter Münchingen ging es über einen asphaltierten Weg leicht bergab Richtung Boll. Wir nahmen weiter ordentlich Fahrt auf, fuhren aus einer Waldlichtung heraus auf gut übersichtlichem Terrain und ohne jede Einschränkung.

Ganz plötzlich war ein Geräusch, vielleicht ein Knacken zu vernehmen. Dann ein kurzer Seufzer wie eine Vorbereitung auf den nun folgenden Einschlag von Achim in der linken Grasböschung. Dieser unerwartete Abgang war für mich im Augenwinkel im Bruchteil einer Sekunde wahrzunehmen. BOAH: Das war aber ein veritabler Horror-Crash! Mann, mann, mann! Was war denn da passiert?

Sofort angehalten und umgekehrt, hatte ich nach dem Rechten geschaut. Den Achim unter unter dem Rad hervorgegraben, das Rad aufgestellt. An Kopf und Oberkörper schien alles gut, keine sichtbaren Blessuren, am Helm war ebenfalls nichts zu sehen. Etwas Blut an den Händen zwischen Daumen und Zeigefinger wohl von den Bremshebeln. Am linken Knie und Ellenbogen ebenfalls. Ja, ein paar rötliche Striemen am Bein, schmerzhafte Prellungen. Ansonsten - scheinbar - keine weiteren Leiden. Das Fahrrad selbst war gezeichnet. Das Vorderrad ließ sich nicht mehr drehen und der Lenker war auch nicht mehr im Lot. Das Handy am Lenker stand auf halb acht.

Wir prüften die Optionen. Muss ein Krankenwagen her? Da wurde vehement abgewunken, ja nicht. War ein Schock zu erkennen? "Nein, ich habe keinen Schock, bin völlig klar". Was machen wir? Fragen über Fragen und das um High Noon im Niemandsland zwischen Münchingen, Boll und der Wutachschlucht.

Ja, was war den eigentlich passiert? Keine Ahnung! Es gab keine Antwort. Hat sich die Jacke auf dem Gepäckträger im Hinterrad verheddert? Ein technischer Defekt? War das Handy am Lenker involviert? Nein, nein, nein! Das Fahrgerät zog unvermittelt und ohne Vorwarnung nach links und schon gab es den Einschlag in die Böschung. Wie aus heiterem Himmel.

Glück im Unglück: Die Wiesenböschung war weicher als der Asphalt und die Fallhöhe dazu auch nicht allzu hoch. Gleichwohl bei diesem Tempo geht das nicht ohne Schmerzen ab.

Das Vorderrad wurde durch das verbogene Schutzblech blockiert, was leicht behoben werden konnte, der Lenker war gleich wieder justiert. Leichte Entspannung zeichnete sich ab.

Es war wohl eine knappe halbe Stunde vergangen bis alle Systeme einigermaßen erholt schienen und der Adrenalinspiegelt gesenkt war. Und: Was wollten wir machen? Verharren im Irgendwo war keine Option. Also nahmen wir die Situation an, kamen vorsichtig in die Spur und fuhren über den steilen Weg ins nahe Bonndorf und machten dort erst einmal eine ergiebige Pause im Eiscafé Salvatore, dem zentralen Motorradtreff mitten in Bonndorf.

Da war ganz schön was los heute, an diesem sonnigen Samstag. Bei Käsekuchen und einem alkoholfreien Kaltgetränk kamen wir erst einmal runter und staunten, ob der vielen vorbeiziehenden Motorräder und Rennräder. Ich habe ja keine Ahnung von Motorrädern, aber ein geparktes rotes Rennmodell zog alle Blicke der Sachkundigen auf sich. Keine Ducati und keine Suzuki. Offenbar etwas ganz Neues aus China: Doppelt so gut und zum halben Preis. In diese Richtung gingen die Diskussionen.

Der Verdacht erhärtete sich, dass nichts weiter in Mitleidenschaft gezogen wurde und so entschieden wir uns für den weiteren Weg gen Westen.

Nach Lenzkirch ging es auf dem bekannten, entspannten Bahnradwegle und passierten die kleinen Orte Holzschlag und Gündelwangen bei jetzt bewölktem Wetter und wieder mit Jacke. In Lenzkirch ist das renovierte Rathaus immer wieder schön anzusehen. Überraschend war, dass das bekannte Radfahrer-Café auf dem Kirchplatz geschlossen hatte. Nicht, dass wir schon wieder eine Pause gebraucht hätten. Aber dass dieser Hotspot an einem sonnigen Samstag wie heute geschlossen hat, ist schlicht gesagt: Seltsam!

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Das Rathaus zu Lenzkirch auf dem Kirchplatz

Der Weg zum Lenzkircher Sportplatz am Ortausgang Richtung Schluchsee verlangte uns gleichmal 14% Steigung ab, innerorts. Das sollte die nächsten vier Kilometer durch den Wald so weitergehen, wenn auch mit einstelligen Steigungsprozenten. Auf jeden Fall waren auf dem Carl-Carstens-Weg nahrhafte Rampen zu bezwingen. Bei allem Jammern, wir waren mit den E-Bikes unterwegs und der Akku war nicht kritisch, also: Was soll´s?

Den Forstweg oberhalb Fischbach bis Dresselbach kannten wir und die weitere Abfahrt durch Faulenfürst bis Seebrugg war durchaus erholsam. Rasch kamen wir bis zur Staumauer des Schluchsees voran. Hier gönnten wir uns bei Flori´s Kiosk eine schöne Pause mit Sicht auf den See.

Der weitere Radweg bis Häusern entlang der B500 gehörte nicht zu den heutigen Highligts, aber immerhin gibt es diesen Radweg. Nach Höchenschwand ist die Fahrt mir Rad in aller Regel auch nicht wirklich prickelnd.

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Um halb-fünf auf 1000m in Höchenschwand

Danach ging es aber bergab durch Attlisberg, Tiefenhäusern bis Remetschwiel und Unteralpfen. Hier waren wir aber so was von pünktlich angekommen, dass wir um 17:00h den Anpfiff hörten des von uns angepeilten Auswärtsspiels unserer 1. Mannschaft beim hiesigen SV.

Dieser Radtag ist so was von schnell vergangen und wir waren ja noch lange nicht am Ziel. Es fing schon an zu dämmern als wir uns kurz vor acht nach ein, zwei Kaltgetränken auf den Weg machten und die Steigung bei Oberalpfen in Angriff nahmen.

Ja, die Fahrt dann über Waldkirch über Schmitzingen nach Waldshut ist immer ein Genuss. Es war schon dunkel als der Achim und ich uns verabschiedeten. Ich musste nun noch die 10 Km bis Lauchringen fahren, die Achim schon vormittags gefahren war. Alles gut gegangen, trotz allem. Meine Herren, da war wieder ganz schön was los heute. Bis die Tage.

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Die Wutach am Stauwehr bei Eberfingen

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Auf dem Feldberg ist noch Schnee zu erkennen

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Pause in Bonndorf zur Mittagszeit

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Sonnenuntergang am Zahnkäppele oberhalb Waldkirch. Es war schon nach 20 Uhr.

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Irgendwann war ich dann in Oberlauchringen am Ziel. Hier starteten wir am Morgen.
Vor dem Café Fräulein Linde bei Gaby und Martina.

Teilnehmer

Joachim Stoll und Martin Ruppelt.

Tour in Komoot

Unsere Touren-Klassifikation = XXL+++

"XL++" steht heute für die Strecke von 120 Km und 1650 Hm.

| Interne Legende zur Tourengröße |
| S = bis 20 Kilometer | M = bis 50 Kilometer | L = bis 80 KM | XL = bis 110 KM | XXL = größer 110 KM |
| + = größer 500 Höhenmeter | ++ = größer 1000HM | +++ = größer 1500HM | ++++ = größer 2000HM |