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SlowUp Schaffhausen-Hegau am 10. Mai 2026

IMG 8916Der SlowUp Schaffhausen-Hegau 2026 stand am vergangenen Sonntag, 10. Mai auf unserer Tagesordnung. Das sind überschaubare 38 Kilometer auf Straßen und Wegen, die für den motorisierten Verkehr an diesem Tag gesperrt sind. Durchaus schön zu fahren.

Für unsere Viergruppe kamen erschwerend die Kilometer-Zuschläge für Anfahrt nach Schaffhausen und zurück dazu, die ebenfalls mit dem E-Bike gemeistert wurden. 30 Kilometer jeweils, mindestens.

Für Joachim und Hans waren das nochmals mehr. Lange Rede, kurzer Sinn: Am Ende des Tages waren wir wieder dreistellig unterwegs.

Nun gibt es Zeitgenossen im Bekanntenkreis, die Tagesleistungen über Hundert Kilometer als eher übertrieben betrachten ("Mit euch kann man ja nicht fahren"). Allerdings sei erwähnt, dass unser Hans Krämer diese Tour mit seinem neuen E-Bike und großem Akku bravourös gefahren ist. Ach, ja: Der Hans ist im Januar 85 Jahre alt geworden. Am Ende des Tages, als wir uns in Lauchringen verabschiedeten, hatte nicht nur der Hans eine große Freude über diesen tollen gemeinsamen Tag. Aber von Anfang an.

Start war um kurz nach 9:00h auf dem Lindenplatz in Oberlauchringen nach einem Kaffee bei Gaby und Martina im „Fräulein Linde“. Die Sonne war schon da, die Temperaturen für kurzärmlige Fahrt brauchten noch etwas.

Wir nutzten die klassische Route durch das weite flache Klettgautal über Erzingen, Neunkirch und Beringen. Nach der Unterführung in Wilchingen hatten wir plötzlich unseren Senior verloren. Hans schloß sich unvermittelter Dinge einer anderen Fahrradgruppe an. Die Farbe des Radtrikots des fremden Reiseleiters hatte offenbar dieselbe Farbe. Nach einem Schlenker über Hallau trafen wir uns am Neunkircher Uhrenturm wieder.

Zu viert waren wir heute: Achim, Roland, Hans und ich. Hans und Roland kannten sich noch nicht. Auf jeden Fall kam später heraus, dass Hans mit seiner Firma seinerzeit in Oberlauchringen startete. Und das in unmittelbarer Nachbarschaft zu Roland´s Elternhaus. Sachen gibt´s.

Bei kurzweiligen Gesprächen hätten wir fast die Abfahrt in Neuhausen verpasst. Nach Schaffhausen fährt man ja seit Jahrzehnten ab und an einmal. Die Straße ist also bekannt. Wir suchten aber einen ganz neuen Pfad, weg vom Durchgangsverkehr durch ein ansprechendes, ruhiges Wohngebiet mit alten Villen oberhalb von Schaffhausen mit Blick von weit oben auf den ruhigen Rhein bevor er sich den Rheinfall hinunterstürzt.

Mitten in der Stadt leitete uns der Beat, einer der vielen Ordnungskräfte in die richtige SlowUp-Spur. Wir schwammen mit dem Pulk mit bis zum nahen Startpunkt auf dem Herrenacker, dem zentralen Platz im Zentrum. Ganz schön was los hier. Später wurde von rund 30.000 Teilnehmern berichtet. Ach was.

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Herrenacker - Platz in Schaffhausen, sozusagen Start und Ziel

Achim unterstützte die Organisatioren und kaufte eine SlowUp-Vignette. Die haben immer so viel Arbeit. Kurz nach dem Start war erst Schieben angesagt durch die enge Bahnunterführung. Danach warten: Verkehrsregelung über eine belebte Straße. Das ist mit gut erkennbaren Verkehrskadetten blitzsauber geregelt in der Schweiz, sehr schön. Endlich ging es los Richtung Osten nach Herblingen. Die Straßen wurden breiter und die Massen des Langsamverkehrs verteilten sich besser.

Viele Kinder waren am Start: Sie fuhren vielfach selbst oder angehängt mit einem Lasso am Zugfahrrad des Papas. Ob das gut geht den ganzen Tag? Manche waren mit dem Vorderrad eingehängt an einem Gestell am fahrenden Rad bei Mama. Später sah man auch kleine Kinderfahrräder im Pausenmodus, die aufwendig am vorhandenen Anhänger aufgepackt wurden, was zu teils mächtigen Aufbauten führte.

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Fahren im Verbund, man beachte das "Abschleppseil".

Auf jeden Fall musst Du immer auf der Hut sein, weil Du immer mit einem unerwarteten Schlenker der kleinen Radonneure rechnen darfst. Wie kurz nach Dörflingen. Das kleine Mädchen fuhr richtig gut und sicher. Plötzlich blieb mir das Herz stehen. Ein scharfer Haken nach rechts, dann nach links, erneut nach rechts, und so fort. Ja, macht halt richtig Spaß die gelben Fahrbahnmarkierungen im Slalom zu befahren. Alles gut gegangen.

In Thayngen wurde Traubenzucker gereicht. Die Station in Herblingen hatten wir rechts liegen gelassen, war auch noch ein bisschen früh. Nächster Ort war dann Gottmadingen, welchen man über eine rasante Abfahrt erreichte. Ist ein bisschen wie auf der Autobahn. Auf der rechten Spur fahren die langsameren Teilnehmer, Familien mit Kindern oder auch Inline-Skater. Auf der linken Seite die Ambitionierten, die Schnellen und die Rennradfahrer. Letztere wirken bei diesem Event eher etwas überqualifiziert.

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Zwischen Herblingen und Thayngen

Zeit für eine Mittagspause wäre in Gottmadingen dann durchaus gewesen. Die Hälfte der Tagesleistung hatten wir dem Akku schon abgepresst. Es gab zwar großzügig bemessenen Parkplatz, um die Räder abzustellen. Allerdings sprechen wir hier von hunderten, eher tausenden von geparkten Rädern aller Art, die gefühlt keinen einzigen weiteren freien Platz zuließen. Ja klar, die Idee für eine Pause hatten andere tausend auch. Die sichtlich überlastete Logistik vor Ort und die recht zeitraubende, letztjährige Erfahrung aus zweimal üppigem Anstehen – erst an der Kasse, dann am Grill, ließ uns entspannt weiterziehen.

Wir suchten in Gailingen unser Pausenglück. Zuvor führte die Caravane durch das schweizerische Buch und Ramsen. Wirklich schön zu fahren. Dann machte ich Roland auf den Anstieg hinter Ramsen aufmerksam. Eine ordentliche Bergstrecke, die er sehr ordentlich meisterte. Man muss wissen, Roland war ohne E-Motor unterwegs, hatte mit seinem BIO-Bike gut zu tun.

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Fahrt von Buch nach Ramsen

Auf dem oberen Scheitelpunkt war erneut die Landesgrenze und auf deutschem Terrain ging es dann leicht und anhaltend bergab bis eben zur Pause nach Gaillingen, ein Genuß.

Hier gab es auch eine Schlange am Grillstand, aber bei weitem nicht mit den Ausmaßen in Gottmadingen. Dafür war das gegrillte Stück Fleisch auf dem Steakwecken noch roh. Na ja, man kann nicht alles haben. Achim kümmerte sich indes um die Getränke. Vielen Dank dafür.

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Mittagspause in Gaillingen

Wolken waren aufgezogen. Bei weiter warmer Witterung trafen wir in Büsingen wieder auf den Rhein, der uns bis Schaffhausen begleitete. Und schon waren wir am Ende der Tour. Fast hätten wir den Hans wieder verloren, er bereitete sich mental wohl auf eine zweite Runde ein. Diesmal waren wir auf der Hut und fingen ihn rasch ein.

Tatsächlich trafen wir wieder den Ordnungshüter Beat und verabschiedeten uns auf Höhe der Quai-Brücke vom SlowUp, machten uns auf Richtung Heimat durch Neuhausen, vorbei am Rheinfall, den wir im Vorbeifahren heute nur kurz erblickten.

Von Nohl nach Altenburg war nochmals eine nahrhafte Steigung angesagt, weiter nach Jestetten kam dann kurz und knackig der steilste Teilabschnitt des Tages. In Jestetten selbst hätte sich eine Kuchenpause angeboten. Hans schlug vor, in Bad Osterfingen einzukehren. Er müsste noch ein paar schweizer Franken loswerden. Also machten wir uns auf den Weg auf ruhigem Radweg erst Richtung Dettighofen. Vor dem drohenden Anstieg bogen wir ein ins Wangental auf einen weiteren noch nicht bekannten Natur-Radweg durch Wald und über Wiesen.

Das ansprechende Restaurant mit schönem Freisitz in Bad Osterfingen war eine Enttäuschung. Wir wurden als Gäste schlicht abgewiesen. Wo gibt´s den sowas? Die Fahrt führte weiter nach Wilchingen. Die gastronomischen Alternativen waren dort nicht besser. Eine hatte wegen Urlaub seit heute geschlossen, die andere geschlossene Gesellschaft. Mann, mann, mann.

Wir suchten den Radweg übers freie Feld nach Erzingen, es wurde dunkler, begann zu tröpfeln und der Wind wurde auch frischer. Vom Gegenwind wollen wir gar nicht reden. Am Bahnhof Erzingen kehrten wir dann zum Abschluss doch noch ein. Da waren wir sogar willkommen. Hans hatte eingeladen, ebenfalls vielen Dank dafür.

Es war schon weit nach 17:00 Uhr als wir uns bei einsetzendem Regen und mit großer Freude über den schönen Tag verabschiedeten. Hans bog nach Horheim ab, Achim fuhr nach Waldshut weiter, beide hatten schlussendlich 125 Km auf dem Tacho. Ob sie trocken ankamen? Ich weiß es nicht. Für Roland und mich hatte es noch gereicht. Am Abend begann es dann richtig zu regnen. Schön war´s, wieder einmal.

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Start des SlowUp in Schaffhausen auf dem Platz Herrenacker im Zentrum
Joachim, Martin, Hans und Roland.

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Fahrt durch die Gassen in SH.

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Teilnehmer

Joachim Stoll, Roland Wissler, Hans Krämer und Martin Ruppelt.

Tour in Komoot

Unsere Touren-Klassifikation = XXL+

"XXL+" steht heute für die Strecke von 105 Km (Roland, Martin) bzw. 125 Km (Joachim und Hans) und knapp 1000 Hm.

| Interne Legende zur Tourengröße |
| S = bis 20 Kilometer | M = bis 50 Kilometer | L = bis 80 KM | XL = bis 110 KM | XXL = größer 110 KM |
| + = größer 500 Höhenmeter | ++ = größer 1000HM | +++ = größer 1500HM | ++++ = größer 2000HM |