Am Sonntag, 5. Juli war es wiedermal soweit. Wir haben mit unseren E-Bikes den Feldberg 1493m erklommen. Ist ja praktisch Pflicht zu Zeiten der Hochsaison.
Wie auch immer. Start war in Gurtweil, Bushaltestelle am Kreisverkehr um 7:45h. Das Ziel mit Scheidebecher (Kaltgetränk zum Abschied) in Oberlauchringen erreichten wir nachmittags nach fünf. Zwischen drin hatten wir richtig gut zu tun und zu schauen.
Mit von der Partie waren Achim Stoll, Chrstian Wagner und Martin Ruppelt.
Christian war zum ersten Mal dabei mit dem E-Bike auf dem Feldberg. Zur Auffahrt nahmen wir die für uns inzwischen klassische Tour durch das Schlüchttal, Witznau, Leinegg über den Betonweg bis Schwarzabruck. Weiter über Blasiwald, den Unterkrummenhof am Schluchsee mit Café-Pause, Aha, Caritashaus und Feldberggipfel. Keine Überraschungen bisher, aber halt immer wieder schön. Vor allem bei den sommerlichen Verhältnissen.
Immer wieder spannend ist, was unser technischer Overhead aus der Tour macht. Ob denn die Komoots dieser Welt auf dem Gipfel tatsächlich 1493 Höhenmeter anzeigen oder nicht. Letztes Mal zeigte mein Wahoo exakt 1493 an: Punktlandung. Heute lag ich um über 25 Meter unterhalb. Achim und Chrisitan waren mit ihren Geräten heute deutlich näher dran. Ach Mann.
Gipfelbild auf 1493m. Martin, Christian und Achim.
Ja, es gibt Wichtigeres im Leben, in der Tat. Zum Beispiel unsere Mittagspause in der Menzenschwander Hütte unterhalb der Passhöhe. Auch immer wieder schön. Entspannt draußen sitzen, schön Platz und sehr gute Verpflegung. Das alkoholfreie Hirsch-Hefeweizen war echt gut, die Speisen nicht minder. Und es gibt seit Neuestem gar eine Ladestation für E-Bikes. Eine Holzkiste mit Steckdosen, immerhin. Bis auf eine Steckdose waren alle belegt, aber wir sind ja ausgerüstet, hatten in der Satteltasche passendes Zubehör dabei. Früher waren eher Jacken im Gepäckraum, heute sind es Ladegerät, Mehrfachsteckdosenleiste und eine akkubetriebene Luftpumpe mit USB-Anschluss. Ist auch wichtig.
Die langen Steigungen zum Höchsten saugen halt schon am Akku, auch im ECO-Modus. Aber eine Steckdose ist kein Supercharger, will heißen: Der Ladevorgang unterwegs braucht Zeit. Auch bei einer längeren Pause will jeder einzelne weitere Kilometer erst in den Akku zurückgepresst sein. Aber was soll´s. Es geht eh nur noch bergab. Rechnerisch durchaus, die Realität sah ein klein wenig anders aus, wie meistens.
Übrigens, am Seebuck waren wir auch noch. Das ist der Gipfel mit dem Bismarck-Denkmal. Mit 1449m der zweithöchste Gipfel im Schwarzwald. Das Denkmal sahen wir nun erstmals nach langer Zeit ohne Gerüst. Es wurde renoviert. Achim hat das Ergebnis baulich noch kurz abgenommen, keine Mängel.
Das Bismarck-Denkmal auf dem Seebuck erstrahlt in alter Frische nach der
erneuten Renovation. Übrigens: Das Denkmal steht dort seit 1896. Hört, hört.
Und dann die immer schöne Aussicht hinab auf den Feldsee. Das obligatorische Bild darf natürlich nicht fehlen, ob wohl ich sicher schon über 50 davon in meiner Cloud habe, ohne je eines davon nochmals angeschaut zu haben.
Feldsee, Raimartihof und der weite Schwarzwald. Blick vom Seebuck.
Es ging auf den Rückweg. Klar von der Passhöhe hinab bis nach Bärental über die nicht 100%ig fahrradkompatible Bundesstrasse B317 lief es rassig. Zwei Baustellen-Ampeln bremsten uns und entnervte Autofahrer aus. Diese hatten teils erhebliche Mühe uns bei der Bergabfahrt zu überholen.
Und war es nach großem Kampf dann doch gelungen, kam die rote Ampel. Ganz rechts am Randstein reihte sich der PKW vor uns ein, riskierte fast Kratzer in seinen edlen Leichtmetallrädern. Nur damit die eben überholte – eigentlich gutmütige - Radfahrgruppe ja nicht wieder vorbeiziehen kann. Da tun sich richtige Abgründe von Sonntagnachmittagsproblemen auf.
Wir waren dann auch bald wieder weg von der Bundesstraße. Über eine wellige Abkürzung kamen wir nach Altglashütten und den Windgfällweiher. Da gibt es tatsächlich einen wunderbaren, bisher nicht gekannten Weg hoch nach Fischbach. Man spürt es, gell? Wellig, hoch, immer hoch, nur nicht bergab. Noch nicht.
Zu den Hinterhäusern auf dem Weg nach Dresselbach ging es weiter hoch. Jetzt bei praller Sonne und relativ weichem Asphalt. Die Abrollgeräusche der breiten Reifen hörten sich irgendwie "klebrig" an. Ist halt echt warm diesen Sommer. Bis Faulenfürst gaben wir bei warmem Sommerwind nun tatsächlich und nicht nur rechnerisch Höhenmeter ab. Der Weg weiter nach Rothaus war quasi flach. Und jetzt sollte es von 1000m runter auf 350m ins Tal gehen.
Grafenhausen war erreicht. Jetzt fing die Partie erst richtig an mit der Fahrt durch nicht wirklich bekannte Orte wie Geroldshofstetten, Rippoldsried, Mettenberg, Seewangen. Alles Orte in unserem Landkreis Waldshut. Schon mal gehört davon? Selbstredend, dass jeder Weiler seine eigene Rampe am Ortseingang hatte, unglaublich.
Tolle Aussicht oberhalb Hürrlingen zun den diesigen Alpen und rechts das
Hasenwald-Stadion in Riedern am Wald.
Von Hürrlingen über Ühlingen und auf dem Bergrücken rüber zum Berghaus und nach Breitenfeld ging es weiter hinab ins Tal nach Lauchringen zum oben beschriebenen Scheidebecher. Und langsam begann der Sonntag zu dämmern. Bei aufkommendem Wind und Bewölkung verabschiedete sich zwar die Sonne, die sommerliche Wärme blieb und für heute auch die inzwischen müden Knochen. Schön war es, das alles gemeinsam zur fahren. Wir waren ja unter uns, da haben wir mit den Kilometern nicht gespart. 120 Km waren es geworden und 2050 Hm. Hoffentlich bleibt er noch etwas: Der Sommer.
Oberhalb von Aha mit sensationellem Blick über den Schluchsee.
Aussicht von der Gipfel-Plattform auf 1493m.
Erfrischend!
Kurze Entspannung auf dem Seebuck.
Teilnehmer
Joachim Stoll, Christian Wagner und Martin Ruppelt.
Tour in Komoot
Unsere Touren-Klassifikation = XXL++++
"XXL++++" steht heute für die Strecke von 120 Km und 2050 Hm.
| Interne Legende zur Tourengröße |
| S = bis 20 Kilometer | M = bis 50 Kilometer | L = bis 80 KM | XL = bis 110 KM | XXL = größer 110 KM |
| + = größer 500 Höhenmeter | ++ = größer 1000HM | +++ = größer 1500HM | ++++ = größer 2000HM |