Es ist Hochsommer. Schon seit Wochen. Wetter richtig warm und trocken. Am Freitagabend hatten wir uns kurzerhand zu einer Samstagstour verabredet. Uli, Achim und ich waren um halb-zehn beim Treffpunkt im belebten Café Fräulein Linde inkl. Urlaubsstimmung.
Nach dem Genuss eines Heißgetränkes starteten wir in den spannenden Tag Richtung Wutachtal als Gruppe mit plötzlich sieben Teilnehmern, hoppla.
Wir schlossen uns nämlich kurzerhand, wenn auch nur temporär mit einer anderen Gruppe zusammen, die um 10:00h an der Oberlauchringer Halle startete. Dort ging es mehr um die Vorbereitung für die 6-tägige Radtour Ende September nach St. Pierre de Chandieux in Frankreich anlässlich des Jubiläums der Jumelage. Dort bin ich dann selbst dabei.
Ernst, Roland, Albin und Günther hießen die neuen E-Biker, die zwar nicht jedem bekannt waren. Das änderte aber sofort. Betriebstemperatur war rasch erreicht und bei kurzweiligen Gesprächen passierten wir Horheim, Wutöschingen, Eggingen bis Eberfingen.
Von links: Roland, Ernst, Günther, Albin und Uli. Nicht auf dem Bild Achim und Martin.
Dort trennten sich unsere Wege. Die Lauchringer Gruppe fuhr weiter Richtung Schleitheim und Randen. Uns stand ein ordentlicher Anstieg bevor, der uns erst einmal hoch zur mittleren Alp führte.
Bis hier her wunderte ich mich, dass mein Fahrrad-Navi den Weg einfach nicht richtig anzeigte. Das war auch nicht nötig, weil die Route bis anhin bekannt war. Auf der Hochebene zwischen Bettmaringen und Stühlinger Kalvarienberg waren neue Wege in unserer Tour geplant. Da wäre ein funktionierendes Navi schon hilfreich.
So ist das halt mit einem neuen Radcomputer. Das Garmin Edge 1050 hatte ich erst vergangene Woche erhalten und ich freute mich richtig auf die erste Ausfahrt damit. Und dann so was. Es stellte sich heraus, dass das eigentliche Problem nicht das Garmin war, sondern der, der auf dem Sattel saß. Es hilft ungemein, wenn man die Navigation auch aktiviert, z.B. durch einen Knopfdruck. Also nochmals von vorne und nun lief die Sache tadellos.
Zunächst fuhren wir weiter über die weiten Felder der Hochebene und tauchten dann ein in eine bewaldete, asphaltierte und kurvenreiche Abfahrt mit warmem Fahrtwind und fanden uns wieder in einer unbekannten Ortschaft. Die Fahrzeuge hatten zwar alle WT auf ihren Nummernschildern. Dennoch war ich in Oberwangen noch nie gewesen. Zum benachbarten Unterwangen kann ich dasselbe sagen.
Irgendwann waren wir im unten Tal und querten die B315 am Abzweig Dillendorf. Nach kurzem Aufstieg nahmen wir die ruhige Straße nach Brunnadern; nicht zu verwechseln mit dem Brunnadern bei Remetschwiel. Also wieder eine Neuerkundung.
In Wellendingen kamen wir auf den Radweg, der uns ins Steinatal bringen sollte. Bonndorf streiften wir leicht unterhalb mit Blick auf die Kirche und das Windrad, kamen am Ortsausgang aus dem Wald heraus und nahmen die Abfahrt über die vor allem mit Motorrädern belebte normale Straße bis zur Steinasäge.
Unten im Tal bei der Steina verabschiedeten wir uns so gleich vom Hauptverkehr und folgten dem sehr verkehrsarmen Pfad entgegen der Flußrichtung leicht bergan bis zum Gasthof Sommerau. Genau dort bei Kilometer 45 gönnten wir uns auf der beschaulichen Holzterrasse und freundlicher Bedienung eine Pause mit alkoholfreiem Weizenbier.
Im weiteren Verlauf verließen wir das Steinatal über eine ansteigende Rampe, verschwanden im Wald bis zum Auftauchen der Brauerei Rothaus, der wir allerdings keinen Besuch abstatteten, die letzte Pause war noch nicht allzulange her.
Es war eigentlich noch früh am Tag und kilometermäßig waren wir weiter als die Marschtabelle vorgab. So entschieden wir uns für eine Erweiterung der Strecke und fuhren unterhalb Brünlisbach über Wald- und Forstwege bis zum Schluchsee, über die Staumauer und Blasiwald bis zum Radweg entlang der B500 nach Häusern.
Zwischen Brünlisbach und Seebrugg
Ein Besuch unseres Sportfreundes Dirk auf der Terrasse in seinem Hotel Waldlust war unser Begehr. Bei schöner Aussicht auf den Wald des Schwarzatales und auf den Zäpfleturm oben in Höchenschwand.
Den Anstieg dort hoch brauchte es noch, bevor wir die lange Abfahrt über Tiefenhäusern, Bannholz und Waldkirch über Schmitzingen nach Waldshut angingen. Von 1000 Hm in Höchenschwand bis zu den 720 Hm bei der Kirche in Waldkirch hinab zum Waldshuter Rhein auf 325Hm.
Vorbei am Gupfen bei Bannholz.
Erstaunlich, dass es alleine vom Waldshuter Rhein bis nach Waldkirch rund 400 Höhenmeter sind. Oder eben umgekehrt. Von Waldkirch bis Höchenschwand sind es dann „nur“ noch 280Hm.
Nachdem es hinten am Schluchsee etwas zugezogen hatte, schien am Rhein die Sonne wieder satt, so dass wir die Tour hier beschließen konnten mit ein, zwei Kaltgetränken. Am Freisitz des Minigolfplatzes wuchs unsere Gruppe wieder an mit einigen Bekannten ohne Radkilometer und so dauerte der Tourabschluss, dank des lauen Sommerabends länger als gedacht.
Oberhalb von Waldkirch auf rund 800 Metern.
Uli, Martin und Achim vor der Brauerei Rothaus.
Teilnehmer
Joachim Stoll, Uli Rotzinger und Martin Ruppelt.
Tour in Komoot
Unsere Touren-Klassifikation = XL+++
"XXL++++" steht heute für die Strecke von 105 Km und 1570 Hm.
| Interne Legende zur Tourengröße |
| S = bis 20 Kilometer | M = bis 50 Kilometer | L = bis 80 KM | XL = bis 110 KM | XXL = größer 110 KM |
| + = größer 500 Höhenmeter | ++ = größer 1000HM | +++ = größer 1500HM | ++++ = größer 2000HM |