Featured

Linachtalsperre - Brendturm - Hexenlochmühle am 6. September 2026

IMG 9466aSonntag, 6. September. Start unserer nicht weniger als sensationell einzustufenden Tour „Rund um Furtwangen“ im Hochschwarzwald bei heißem Sommerwetter.

Das erst einmal zur Einstufung, wo wir uns am Sonntag bewegten. Und ja, Furtwangen hatten wir eigentlich gar nicht gesehen. Start war in Neukirch, einem Vorort mit einer wunderbaren ersten Abfahrt auf neu asphaltiertem Weg.

Und eines kann man gleich zu Beginn festhalten: Es gab einige und gar lange Abfahrten. Die längste begann am Brendturm auf 1150m und endete erst weit hinter Gütenbach, unten im Wildgutachtal auf dann 570m. Das waren 13 km pure Freude am Bergabfahren.

Aber von Anfang an. Nach der ersten Abfahrt folgte am richtig frischen Vormittag eine Bergfahrt zum Einstieg in das Linachtal. Hans war es richtig kalt geworden bei der ersten Abfahrt und montierte am Oberkörper alle Jacken, die die Satteltasche halt hergab.

Nun folgte eine 10 km! lange Abfahrt im sonnigen Linachtal bei angenehm geringer Neigung, traumhaft zu fahren in schönster Schwarzwald-Umgebung. Hans war „not amused“, weil sein Rad bergab offenbar nicht so lief wie andere. Hatte möglicherweise mit der zweiten oder dritten Windjacke zu tun. Diese war nicht bis zum Hals geschlossen und plusterte sich im Fahrtwind auf, wie ein Bremsfallschirm. Bei der Abfahrt muss halt jedes Detail stimmen 😉.

IMG 9453

Dann klitzerte ein See in der Vormittagssonne. Das aufgestaute Wasser der Linachtalsperre. Gebaut 1925 mit ihrer speziellen Architketur. Bei weitem nicht so groß wie der Schluchsee, aber nicht minder schön gelegen.

IMG 9454

Im Verlauf der Abfahrt waren immer wieder Bushaltestellen zu passieren. Manchmal ohne Ort konnte man meinen. Bis hinunter ins Tal folgten noch ein paar Kehren und noch waren die 10 Km nicht ganz vollendet. Cool.

„Furtwangen im Schwarzwald und Umgebung gehört geografisch vor allem zum Mittleren Schwarzwald (im oberen Bregtal), hat aber durch seine Höhenlage (850 bis 1.150 Meter) auch Anteile am Hochschwarzwald und liegt im "Naturpark Südschwarzwald.“ Immer gut zu wissen, wo man war.

Die Hauptstraße von Donaueschingen nach Vöhrenbach Richtung Norden ließen wir rechts liegen und fuhren parallel auf einer zurückgebauten Bahntrasse. Da unten auf 785m war erstmal Schluss mit bergab.

St. Georgen, Triberg und Schonach sind bekannte Orte in der näheren Umgebung. Das eher zur Orientierung, auf dem Navi hatte wir diese heute nicht. Bereits in Vöhrenbach selbst begann die Steigung. Es half ja nichts, wir mussten wieder hoch. Die Jacken waren längst wieder versorgt und gar nicht mal so langsam begannen die Temperatur aufzudrehen.

IMG 9455

Ja, bis ich parat bin mit dem Fotoapparat sind die schon über aller Berge...

Auf ruhigem Weg zogen wir nach oben bis die 1000 Metermarke erreicht war. Auf dem Bergrücken ging es wellig in den Wald bei durchaus eingeschränkter Aussicht.

Dann zeigte ein Schild auf den Triberger Galgen, den wir kurzerhand besuchten. Sieht voll funktionsfähig aus. Wird heute nicht mehr eingesetzt. Gott sei Dank.

„Die heute noch vorhandene steinerne Anlage ersetzte im Jahr 1721 die hölzernen Vorgängerbauten. Als Zeichen der Gerichtsbarkeit der vorderösterreichischen Obervogtei Triberg war die Richtstätte weithin sichtbar. Bis in das Jahr 1779 sind 15 Hinrichtungen überliefert, davon zwölf wegen Hexerei.“ (wikipedia)

IMG 9456

Die Sandsteinstreben sind offenbar original von 1721. Der Querbalken aus Holz eher nicht.

Nächstes Ziel war der Stöcklwaldturm ganz in der Nähe und irgendwo im Wald bei Schönwald. Der rötlich-braune 25m hohe Backsteinturm wurde 1895 eingeweiht und hat Ähnlichkeit mit einem Industriekamin aus dieser Zeit. Dafür ist die Aussicht nach Erklimmen der 127 engen Stufen richtig lohnend. Leider war diese heute für uns nicht möglich, weil die Vesperstube mit Biergarten-Flair schlicht geschlossen hatte. An einem Sommersonntag mittags um 12 bei diesem Wetter. Du glaubst es nicht. Außerdem, und das sieht man auch nicht alle Tage: Der Turm kann nur über den Gastraum der Vesperstube erreicht werden (1€). Toller Turm - Seltsame Planung.

IMG 9461

Wir vesperten dennoch. Etwas aus dem Rucksack eben. Wasser hatten wir auch noch mit dabei und es gab auch einen Automaten, der hat uns einfach nicht angesprochen. Alles gut und es sollte ja noch ein weiterer Turm kommen. Weiter gings durch den HOCH-SCHWARZ-WALD. Wir fuhren hoch (über 1000m) und durch den schönen, dichten, schwarzen Wald.

An einer Lichtung passierten wir die Katharinenhöhe. Es handelt sich um eine Nachsorgeeinrichtung für schwer kranke Kinder mit ihren Familien sowie für Jugendliche und junge Erwachsene, sehr schön gelegen und - von außen gesehen - sehr gut ausgestattet.

Rasch waren wir wieder im Wald verschwunden und es begann nun mehr zu rumpeln unterm Fahrwerk. Trockenes und teils grobes Terrain forderte einen festen Griff am Lenker. Bis zum nächsten Halt kam noch ein ordentliches Stück Steigung dazu, vorbei an der Elzquelle. Kurz darauf waren wir oben auf knapp 1100 Metern bei der Donauquelle (Bregquelle) neben der Martinskapelle. Ja, die Donauquelle ist bekanntlich in Donaueschingen. Bekannt ist aber auch „Brigach und Breg bringen die Donau zu weg“. Die Quelle der Breg gilt als geographische Donauquelle und steht unter Denkmalschutz.

Bregquelle

Bis zu unserem heute höchsten Punkt waren es noch 2, 3 Kilometer. Dann standen wir vor dem Brendturm. Dieser war offen und ohne Probleme zu erklimmen. Tolle Aussicht auf den nahen Kandel, den Schauinsland, natürlich den Feldberg. Auch der Hochfirst bei Neustadt war gut zu sehen. Bei den Alpen musste man genau hinschauen, aber sie waren zu erkennen.

IMG 9463

Aussicht vom Brendturm auf den Kandel über das Gutachtal. Ganz im Hintergrund die Vogesen.

Jetzt war Pause angesagt. Allerdings hatten wir die Rechnung erneut ohne den Wirt gemacht. Die Gastronomie im Naturfreundehaus war geschlossen. Das hatten wir schon. Der Gasthof direkt beim Brendturm hatte geöffnet. Allerdings war die Einrichtung außen wie innen bis auf den letzten Platz belegt. Es gab einen weiteren Gastraum - geschlossen. „Den kann ich nicht aufmachen, da kommen wir gar nicht mehr nach“, meinte eine sichtlich beschäftigte Wirtin. Gast droht mit Bestellung.

IMG 9465

Gruppenbild mit Brendturm auf 1150m. Höchster Punkt des Tages.

Dafür hatten wir weiter Spaß an unserer Tour. Und wenn man am höchsten Punkt ist, geht es bergab und in diesem Fall die schon beschriebenen 13 Km. Der helle Wahn. Vor allem die Hauptstraße unterhalb Gütenbach war so cool zu fahren mit schönen Kurvenkombinationen, da konnte man das Fahrgerät genussvoll in eine angemessene Seitenlage bringen.

Bis zur Pfaffmühle bei Wildgutach hielt die Bergabfahrt an. Weiter fuhren wir auf der nicht stark befahrenen, schmalen Straße entgegen dem Flusslauf der wilden Gutach, die eigentlich ganz zahm und ursprünglich daherkam. Der Bach schlängelte sich bei leichter Steigung bis zur Hexenlochmühle, unserem letzten Highlight für heute.

IMG 9470

Die Hexenlochmühle ist ein beliebtes Fotomotiv im Schwarzwald und die einzige Mühle im Schwarzwald mit zwei Wasserrädern. Die Mühle beherbergt ein Restaurant mit Freiterrasse sowie Geschäfte, die Schwarzwälder Spezialitäten und Souvenirs anbieten. Da nahmen wir noch mal einen Anlauf für eine Pause und siehe da: Offen, reichlich Platz, gute Auswahl und freundliche Leute. Geht doch.

Christian hatte sich mit einem Flammkuchen noch ordentlich gestärkt, was nicht verkehrt war. Wir waren ja im (Hexen)Loch unten auf 690m und durften hoch zu unserem Zielort Neukirch fahren. Also die abschließenden 300 Hm auf 6 Km. Hans, unser Senior hatte realisiert, dass sein Akku heute nicht mehr leer zu fahren ist. Da kann man auf den letzten Metern schon mal den Turbo einschalten die Nase in den Wind halten und Führungsarbeit übernehmen. Lieber Hans, vielen Dank auch dafür.

Jeder packte kurz mit an und die schweren Räder waren alsbald verladen auf den Radständern. Bis Waldshut hatten wir eine gute Stunde zu fahren und an unserem morgendlichen Treffpunkt in der Schmittenau unten gab es noch einen kurzen Scheidebecher.

Sehr schöne Tour, sehr gutes Wetter, sehr gutes Team und alles gut gelungen. Bis zum nächsten Mal.

 

Teilnehmer

Achim Stoll, Uli Rotzinger, Hans Krämer, Christian Wagner, Martin Ruppelt

Musste die Tour aufteilen, weil ich unterwegs meine Navi ausgestellt hatte und dann von vorne anfangen musste.

Tour in Komoot-1

 

Tour in Komoot-2

 

Unsere Touren-Klassifikation = L++

"L++" steht heute für die Strecke von rund 66 Km und 1270 Hm.

| Interne Legende zur Tourengröße |
| S = bis 20 Kilometer | M = bis 50 Kilometer | L = bis 80 KM | XL = bis 110 KM | XXL = größer 110 KM |
| + = größer 500 Höhenmeter | ++ = größer 1000HM | +++ = größer 1500HM | ++++ = größer 2000HM |