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2. Etappe - Kempten - Ottobeuren - Memmingen

2026 - Allgäu-Oberschwaben-Tour vom 4. bis 7. Juni

IMG 9028Freitagmorgen, 5. Juni. 2. Etappe der Allgäu-Oberschwaben-Tour 2026. Treffpunkt und Start um 9:30h vor dem ART-Hotel. Trocken, die Sonne kam heraus, der blaue Himmel wurde größer, allerdings recht frisch. Was zieht man an? Oben natürlich mit Jacke, zur kurzen Hose konnten sich noch nicht alle durchringen.

Peter und Fritz hatten in der Frühe das malade Vorderrad vom Vortag gerichtet: Neuer Reifen, neuer Schlauch und noch einmal richtig pumpen. Dann war endgültig Ruhe im Karton.

Tobias hatte sich zur Sicherheit ebenfalls noch einen neuen Reifen gegönnt. So eine saublöde Glasscherbe hatte ihm gestern bei Immenstadt einen kleinen, undefinierten Schlanz in den Gummi geritzt mit möglicherweise ungewissem Ausgang. Alles richtig gemacht.

Ach ja, das Hotel war übrigens echt gut. Das Frühstück sehr fein und üppig. Der Check-Out problemlos. Alle Akkus waren wieder geladen. Eines der E-Bikes wurde abends gar mit auf das Zimmer genommen, wegen fehlendem Akku-Schlüssel und so. Es wurde im Keller hochkant in den Aufzug bugsiert, unauffällig an der Rezeption vorbei bis in den 1. Stock. Hat alles funktioniert.

Morgens kurz nach Halb-Zehn. Es war so weit. Die große Gruppe startete. Vorsichtig näherten sich der jeweilige Schritt und der passende Fahrradsattel einander an. Nicht wissend, ob sie heute wieder gute Freunde werden würden.

Wir schlängelten uns sourverän in den Stadtverkehr ein und waren rasch im Zentrum am großen Hildegardplatz vor der Basilika St. Lorenz angekommen. Natürlich mussten hier Photos gemacht werden. Die Sonne schien dazu jetzt richtig hell.

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Hildegardplatz vor der Basilika St. Lorenz in Kempten

Dann ging´s aber richtig los. Stop an Go fuhren wir langsam durch die Altstadt von Kempten, überquerten die Iller. Die halbe Gruppe blieb vor der Brücke an einer roten Ampel hängen. Das kommt vor bei Gruppenfahrten. Wir warteten an der anderen Promenadenseite auf dem breiten Weg.

Ein unrasierter Fußgänger sprach uns an. Interessiert, wohin wir denn wollten? In der Tasche ein paar leere Plastikflaschen, wohl wegen dem Pfand. Das Gespräch war plötzlich und abrupt beendet. Auf der hüfthohen Mauer fand er angeknabberte Pizzastücke. Reste von irgend jemandem wohl aus der vergangenen Nacht. Eifrig sammelte er diese ein. Für den Hund wahrscheinlich. Die Ampel war inzwischen grün und das Peloton machte sich gemeinsam auf den Weg. Später hatten wir es nochmals von den Pizzaresten und Fritz meinte, der ältere Mann hätte diese dann gleich und selbst konsumiert. Von wegen für den Hund. Mann, mann, mann.

Einmal über die Hauptverkehrsstraße und dann ging es Richtung Osten und natürlich bergauf. Insgesamt waren das 75 Höhenmeter bis die gewohnte Betriebstemperatur erreicht war. Nach dem ersten Mal Aufstoßen waren die Geschmacks-Nuancen des gefrühstückten Müslis wieder präsent, soll heißen es wurde offenbar sofort benötigt und verbrannt. Ja, sorry. Muss halt auch mal erwähnt werden.

Wir überquerten die A7, deren Stress ließen wir sofort hinter uns, fuhren oberhalb von Kempten mit der Aussicht über die Hügel des Oberallgäus. Die Allgäuer Alpen im Süden waren verdeckt durch Gewölk leider nicht zu sehen. Die Gruppe näherte sich bergab wieder der Iller. Links des Flusses führte der Radweg gewohnt wellig über Altusried bis zur Neumühle im Rohrachtal.

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Kurzer Stop und Briefing oberhalb von Kempten

Hoppla, da tat sich eine ordentlich steile Rampe vor uns auf. Und das an einem Flussradweg. Hannes hatte hier eine Zehntel-Sekunde zu spät nach unten geschaltet. Ein kurzes, lautes krkrkkrrrrrrhhhh meldete Stress zwischen Kette und Schaltwerk und vorbei war es mit dem Drehmoment. Jetzt hatten wir Zeit zu üben: Anfahren am Berg mit einem kurzen Rücksetzer zur Talsohle und neuem Anlauf. Geht doch.

Bald hatten wir zur pausierenden Gruppe aufgeschlossen bei einem Bauernhof mit mehr oder weniger zahmen Ziegen. Deren Fütterung war nun die Attraktion, weil das Alpha-Männchen den kleineren Gaißen aber auch gar nichts an Futter gönnte und sich vehement durchsetzen konnte. Der Sinn für Gerechtigkeit sorgte in unserer Gruppe für Kreativität, was dazu führte den Bock im Sinne der kleineren Tiere im Gehege hinters Licht zu führen.

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Jacke aus, Jacke an. Sonne, Wolken und Wind im Wechsel. Weiter ging es auf den ruhigen Straßen bis Maria Steinbach, ein schönes gar kleines Dorf mit einer unfassbar großen Kirche. Es sollte nicht die letzte sein für heute.

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Wallfahrtskirche Maria Steinbach an der Iller

Irgend Jemandem fiel dann ein, dass ihm der Sinn auch nach Hunger stünde. Nicht nach trocken Brot. Ein Biergarten könnte es schon sein. Florian war nun gefragt, er kennt sich hier am besten aus. Im nahen Lautrach soll es neben der Kirche etwas passendes geben. Und in der Tat: Ein richtig großer Biergarten mit klassischer Bestuhlung, Schatten spendenden Laubbäumen. Auch die Zeit hat gut gepasst. Einzig: Es würde nur innen bewirtet. Hmm???

Man muss ja nicht alles verstehen. Irgendwas von zu wenig Personal, weil das Wetter schlecht angesagt war oder so ähnlich. Deutschland 2026 eben. Also nahmen wir die 1B-Lösung an im großen Innenraum mit dem Flair eines Bahnhof-Warteraums im Vintage-Stil.

Die Wirtsleute waren sehr freundlich und die Verpflegung auf jeden Fall vom Feinsten: Reichlich und deftig. Manch einer hatte Schnitzel mit Pommes-Frites bestellt und zwei panierte Wagenräder erhalten, die für eine recht lange Zeit die volle Aufmerksamkeit des Gastes in Anspruch nahmen.

Nach dem letzten Kaffee setzte sich unsere Karavane in Gang Richtung Kronburg, was erst mal einen fordernden Anstieg mit sich brachte. Wir verließen den Illerradweg. Vorbei am Ort Woringen gab es einen lohnenden Schlenker nach Ottobeuren, der auch noch erst verdient sein wollte.

Einen groben Waldweg mit teilweise losem Untergrund und bis zu 14% Steigung hatte uns die Marschtabelle offenbar verheimlicht. Der Puls meldete oben am Scheitelpunkt eine stark beschleunigte Schlagzahl, die beruhigt werden wollte bei einer Pause mit Aussicht.

Noch ein, zwei Abfahrten und wir fuhren ein in die 8000-Seelengemeinde Ottbeuren im Unterallgäu mit seinem Benediktinerkloster und natürlich der alles überstrahlenden Basilika. Diese Überdimension nahm uns erst einmal in Beschlag. Wer von außen schon beeindruckt war, wurde im Kircheninnenraum nochmals überwältigt von der Größe, der Erhabenheit und der Mannigfaltigkeit der erlesenen Kirchenkunstwerke.

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Das ließen wir in aller Ruhe auf uns einwirken, jeder wie er wollte. Am Marktplatz sollten wir uns später alle wieder treffen. In der Zwischenzeit sind einige von uns zu einem Photostop auf der Straße mit der Nordansicht der Türme zusammengekommen, haben ihre Räder in der Summe nicht ganz optimal geparkt, so dass der eh langsame Verkehr auf der Kopfsteinpflasterstraße nur noch sehr mühsam vorwärtskam.

Ein hiesiger Autofahrer echauffierte sich, kam ins Hupen, drehte die Fensterscheibe herunter und holte tief Luft – für was auch immer. Unser Markus wollte helfen, regelte den Verkehr mit freundlichen Handzeichen und der ebenso freundlichen Anweisung: „Bitte fahren Sie einfach weiter“.

„WAS GLAUBEN SIE EIGENTLICH WER SIE SIND?“ erhielt Markus eine Ansage wie aus einem Fön. Jetzt wussten wir wofür er die Luft gebraucht hatte. Noch zwei garstige Sätze kamen vom Gastgeber hinterher, dann schwamm er im Verkehr weiter und wir stellten die Räder im Sinne des Verkehrs etwas um. Man hilft ja wo man kann.

Markus war über die Tage ja des Öfteren mit zwei Kameras bewaffnet. Die Türme der Basilika nahm er mit dem iPhone als Video im Querformat auf. Allerdings haderte er damit: Die Türme passten nicht wie gewünscht in den Bildausschnitt, worauf der schnelle Tip aus der Gruppe kam, die ganze Szene im Hochformat aufzunehmen. Hierzu entgegnete der videokundige Regiesseur Markus, ob der Tipgeber schon mal einen Hochkant-Kinofilm gesehen hätte. Dies dazu.

Die Tagesleistung sollten heute "überschaubare" 72 Km sein, was uns etwas mehr Zeit auf dem Marktplatz in Ottobeuren gewährte, die wir voll ausnutzten. Der Tag wurde ja beworben mit "Seele und Beine mal baumeln lassen". Dennoch mussten wir weiter. Es ging schon gegen 17:30h und die letzten 10 Km bis Memmingen waren dann angenehm und einfach zu fahren auf Radwegen im Grünen.

Über die Fußgängerzone näherten wir uns immer mehr der Memminger Altstadt und dem grandiosen Marktplatz. Bei Sonne und angenehmen Temperaturen hätte man es rund um den Brunnen gut und gerne noch eine Stunde ausgehalten, mindestens.

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Es war aber noch nicht Feierabend. Das Parkhotel war keine 100m entfernt. Einchecken, Räder versorgen usw. standen auf dem Programm und um 20:00h der nächste Termin in JoSepps-Brauhaus. Florian hatte reserviert und am Zwiebelrostbraten mit vollem Programm führte heute Abend kein Weg vorbei.

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In Drexel´s Parkhotel wurden die Räder unorthodox und einfach in der Lobby untergebracht. Zwischen Klavier und Longue. Hat gut funktioniert.

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Danken möchte heute ich an dieser Stelle unserem Markus Guggenbühler für die Photografie und das Hochkant-Kino, Florian Gantert für die Unterstützung bei der Auswahl und Reservation in der Gastronomie und natürlich Fritz Hauser für seine Unterstützung bei der allgemeinen Instandsetzung bei Defekten. Vielen herzlichen Dank! 

Bilder

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Das Vorderrad ist wieder wie neu: Neuer Reifen, neuer Schlauch und einmal richtig pumpen

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Gruppenbild am Freitagmorgen vor der Basilika in Kempten. Hinter Reihe von links: Lukas Sträsler, Tobias Ungethüm, Lutz Ungethüm, Peter Ruppelt, Christian Wagner. Mittlere Reihe: Thomas Ruppelt, Uli Rotzinger, Uwe Bartram, Joachim Stoll, Achim Fischer, Roland Martin, Markus Guggenbühler, Wolfgang Meyer. Vordere Reihe: Fritz Hauser, Florian Gantert, Roland Wissler, Armin Mülhaupt, Hannes Tröndle, Karlheinz Gantert, Martin Ruppelt.

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In Kempten auf dem Hildegard-Platz. Sehr schön.

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Lukas

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Entlang der Iller

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Kollege "Nimmersatt"

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Wolfgang, Thomas und Uli

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Karlheinz und Florian

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Vor der Basilika in Ottobeuren

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Nachmittags sahen wir die Basilika von Ottobeuren.
In Kempten sahen wir die Basilika St. Lorenz schon am Vormittag.

Aber: Was ist eigentlich ein Basilika?
Zur Antwort führt dieser Link...

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Marktplatz und Altstadt von Memmingen

 

Übersichtskarte zur Freitags-Etappe

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Link zur Tour in Komoot

 

Link zum Photoalbum

 

Unsere interne Touren-Klassifikation = L+

"L+" steht heute für die Strecke von 72 Km und 830 Hm.

| Interne Legende zur Tourengröße |
| S = bis 20 Kilometer | M = bis 50 Kilometer | L = bis 80 KM | XL = bis 110 KM | XXL = größer 110 KM |
| + = größer 500 Höhenmeter | ++ = größer 1000HM | +++ = größer 1500HM | ++++ = größer 2000HM |