2026 - Allgäu-Oberschwaben-Tour vom 4. bis 7. Juni
Am Samstag, 6. Juni stand die längste Etappe unserer Tour 2026 an. Von Memmingen durch das Wurzacher Ried. Weiter auf durchaus profilierten Pfaden, teilweise durchs Unterholz bis Weingarten und Ravensburg.
Mittags wurde es dann sonnig und sehr warm. Die Strecke bis Markdorf zog sich. Die erwartet entspannte Abfahrt nach Meersburg blieb aus, weil auch hier immer wieder Anstiege unverhofft in die Strecke „sprangen“.
Aber von Anfang an. Zeitig waren die Randonneure beim Frühstück anzutreffen, um sich genussreich und nahrhaft auf die Königsetappe vorzubereiten.
In der Tat waren heute exakt 120 Km und über 1200 Höhenmeter zu bewältigen. Anders als erwartet, musste diese Höhe tatsächlich gefahren werden. Und anders als vermutet liessen sich die Höhenmeter auch auf diese langen Strecke nicht einfach wegatmen.
Sei´s drum. Manch einer der Teilnehmer fühlte sich am Ende des Tages in Kreuzlingen trotzdem fitter als nach der kürzeren Etappe am Tag zuvor. Warum auch immer.
Kurz nach halb-zehn war der heutige Depart auf dem belebten Wochenmarkt in Memmingen. Durch enge Gassen schälten wir uns heraus aus der Altstadt. Nach ein paar Ampeln ließen wir die urbane Bebauung hinter uns und querten die Iller alsbald beim ENBW-Wasserkraftwerk kurz vor Aitrach Richtung Westen.
Und schon waren wir wieder in Baden-Württemberg. Bis zum heimischen Hochrhein durften wir aber noch zwei schöne Tage lang richtig "dicke Bretter" bohren.
Kurz nach Memmingen waren wir wieder in Württemberg
Am Ortsausgang verschwand mit uns der Weg im Wald und mit ihm der flache asphaltierte Untergrund. Bei bis zu 12% Steigung auf gröberem Terrain wurde klar, dass wir das Illertal endgültig verlassen. Bis Weingarten bewegten wir uns ständig zwischen 600 und 750 Metern.
Nach dem Anstieg ist dem Roland gut warm geworden
Auf angenehmem Kiesweg und mit herrlichen Ausblicken fuhren wir im Wurzacher Ried und passierten bis eben Bad Wurzach dieses größte noch intakte Hochmoorgebiet Europas. Seine Entstehungsgeschichte reicht offenbar zurück bis zur Eiszeit. Wegen seiner Vielfalt an seltenen Tieren und Pflanzen ist es ein Naturreservat von internationaler Bedeutung und wurde vom Europarat mit dem Europadiplom ausgezeichnet.
Dem ausgeschriebenen Radweg „Radrunde Allgäu“ folgten wir weiter, mussten später allerdings wechseln auf den Donau-Bodensee-Radweg, was für uns auf dem Verbindungsweg einen kurzen aber heftigen Ritt durchs Unterholz bereithielt.
Was für ein interessanter Name für einen Ort.
Hier zog der Radlenker stark nach links.
Unser Weg ging allerdings geradeaus.
In Alttann ging es plötzlich links ab und - Gott sei Dank - hinab über die steile Höllsteige bis runter ins Tal der Wolfegger Ach. Der Fluß wurde über eine Brücke gequert und was folgt nach einer Brücke im Tal? Natürlich eine Steigung, eine ordentliche gar. Für jeden einzelnen soeben hinabgefahrenen der 50 Höhenmeter, durften wir nun zwei neue Höhenmeter sammeln.
Dann war aber mal gut mit auf und ab. Der Radweg zog sich nun durch den Altdorfer Wald und mehrheitlich bergab bis zur Basilika in Weingarten. Wieder ein atemberaubendes Kirchengebäude. 60 Km zeigte der Tageszähler an. Die Hälfte war geschafft. Sonnig und warm war es geworden und die große Pause war hier eingeplant.
Unter dichten Laubbäumen studierten wir im Biergarten in der Altstadt Weingartens die griechische Speisekarte. Die „Poseidon-Platte“ fiel mir sofort ins Auge. Nicht weil mir der Sinn danach stand. Vielmehr musste ich schmunzeln beim Gedanken an die Poseidon-Platte aus der Filmkomödie „Man spricht deutsch“ von Gerhard Polt.
Ich selbst machte mich über die lange Treppe auf den Weg hoch zur Basilika St. Martin und staunte über das große Bauwerk mit den zwei Türmen.
Die Basilika St. Martin zu Weingarten. Beeindruckende Ansicht.
Auch innen alles sehr groß, allerdings wirkte die Ausstattung etwas aufgeräumter, bei weitem nicht so üppig wie in Ottobeuren.
Es war dann nach 14:00h bis wir wieder in die Gänge kamen. Der eigentlich kurze Weg bis Ravensburg nötigte uns einiges an Geduld ab. Ständig eine Abzweigung, einige Ampeln oder sonstige Unterbrechungen.
Ja, mit 20 Mann wird es dann doch recht eng auf der Verkehrsinsel.
In der Altstadt von Ravensburg war mächtig was los, viele Menschen, viele Cafés, viel Betrieb.
Aber - wir mussten wieder mal weiter, immer weiter.
Nach der Marschtabelle waren die großen Steigungen eigentlich vorbei. Fühlte sich nicht so an. Mal rauf, mal runter, immer schön zu fahren. Über Oberzell, Meckenbeuren und Unterteuringen war Markdorf der nächste Meilenstein.
Plötzlich gab es Ungemach in Form eines Defektes im Peloton. Wolfgang´s Vorderbremse hatte keine Funktion mehr und das vor der Abfahrt runter an den Bodensee. Was war passiert? Es waren schlicht keine Bremsbeläge mehr vorhanden, gingen unterwegs verloren. Das Bike war vor der Tour extra nochmals in der Werkstatt um alles zu prüfen. Neue Bremsbeläge wurden montiert, aber offenbar nicht richtig arettiert. Beläge und Splint fehlten. Mann, mann, mann. Wolfgang vertraute nun voll der Rückbremse und ein paar eskortierenden Kollegen, die den Wolfgang im Fall der Fälle am Schlafittchen gepackt hätten - vielleicht. War nicht nötig.
Ja was hat er denn? Verlorene Bremsbeläge am Vorderrad.
Immer was los auf unserer Tour.
Am Horzizont war der Säntis schon länger unser Begleiter und plötzlich war auch der Bodensee zu sehen, sehr schön.
Fahrt durch die Obstplantagen. Im Hintergrund der Bodensee
Von Markdorf kann man nun schön bis Meersburg herunterfahren mit Blick auf den See. Ja, schön wär´s gewesen. Einzig, auch hier gab es weitere Gegenanstiege. Alles halb so wild, bald waren wir in Hagnau und dann waren die gesamten Höhenmeter im Kasten. Lutz führte uns zu einer schönen Biergarten-Location vor Meersburg direkt am See, was die Stimmung ordentlich anhob. Pause am See mit reichlich Kaltgetränken nach fast abgeschlossenem Tagwerk.
Von Meersburg ging es mit der Fähre rüber nach Konstanz und schlussendlich bis zum Ziel: Motel Bodensee-Arena Kreuzlingen. In unmittelbarer Nähe zur Konstanzer Hafenmeile.
Abends am Konstanzer Hafen bei Speis und Trank nach der Königsetappe und einer erfrischenden Dusche. Anstrengender Tag, sind alle sehr gut durchgekommen. Hut ab! Hat Spaß gemacht.
Weitere Bilder
Tobias und Lukas in grün. Hannes in rot und Fritz in blau.
Kurzer Schlenker durch die Innenstadt von Ravensburg
Achim und Wolfgang am Abend.
Übersichtskarte zur Samstags-Etappe
Link zur Tour in Komoot
Link zum Photoalbum
Unsere interne Touren-Klassifikation = XXL++
"XXL++" steht heute für die Strecke von 120 Km und 1240 Hm.
| Interne Legende zur Tourengröße |
| S = bis 20 Kilometer | M = bis 50 Kilometer | L = bis 80 KM | XL = bis 110 KM | XXL = größer 110 KM |
| + = größer 500 Höhenmeter | ++ = größer 1000HM | +++ = größer 1500HM | ++++ = größer 2000HM |

