2026 - Allgäu-Oberschwaben-Tour vom 4. bis 7. Juni
Sonntag, 7. Juni. 4. Etappe von Konstanz an den Hochrhein. Eigentlich ein Heimspiel, weil gefühlt schon tausendmal gefahren. Heute suchten wir allerdings nicht den Weg am bekannten Untersee entlang. Nein wir wählten die Strecke durch das Herz des Thurgaus.
Diese Wahl hielt schon am Ortsausgang Kreuzlingen eine Steigung für uns bereit. Lohnend der Blick zurück bevor wir im Wald verschwanden. Die Aussicht hinab auf den See bis rüber nach Meersburg war ein Genuss, sobald die Schnappatmung am Gipfelpunkt der Steigung nachließ.
Am Vormittag sorgten Wolken noch für eine gewisse Frische. Bald stand die Sonne strahlend am Himmel und mit der Sonnenbrille auf der eingecremten Nase stellten wir uns dem welligen Terrain mit vorerst kleinen, manchmal giftigen Anstiegen.
Wir näherten uns unaufhaltsam der Thur, der wir dann bis zur deren Mündung in den Rhein folgten. Viel Wasser führte sie nicht mit. Auf jeden Fall ist es sehr schön im Thurgau Rad zu fahren. Aufgeräumte Ortschaften, schöne Radwege, zum Teil auch auf Straßenabschnitten und die liebliche Landschaft.
Erstes Etappenziel für heute war die Kartause Ittingen. Das historische Kloster wird wie folgt beworben: „Einer der schönsten Orte zwischen dem Bodensee und Zürich - ein Kraftort im Thurgau, im Herzen der Ostschweiz. Hier verbinden sich auf einzigartige Weise klösterliche Werte wie Kultur, Spiritualität, Bildung, Fürsorge, Gastfreundschaft und Selbstversorgung.“
An der Kartause Ittingen hielten wir etwas inne und machten eine Pause.
80 bzw. 90 Kilometer sollten es heute werden bis in die Heimat bei rund 930 Höhenmetern. 770 Hm waren es in der Planung. Irgendwie kommt halt immer noch die Mehrwertsteuer dazu. Unser Tross hatte sich gerade wieder in Bewegung gesetzt, als das Signal „STOP“ ausgerufen wurde. Armin hatte seinen Helm liegen lassen in der Kartause.
Dann ging es aber weiter mit einer Abfahrt runter zur Thur. Der nächste Aufstieg folgte, darauf musste niemand lange warten. Jetzt wurde es richtig warm.
Als nächstes Highlight stand die Überquerung der Thurbrücke von Ossingen an, eine Eisenbahnbrücke mit einem schmalen Fußgängerweg, gerade noch Platz für ein Fahrrad. Eigentlich eine tolle Sache, weil uns gerade noch ein Zug entgegenkam. Links der Blick hinab auf die Thur. Auf den ersten Blick alles bestens. Auf den zweiten Blick darf man festhalten: Der Schuss ging nach hinten los. Wir hatten ein, zwei Teilnehmer, die arg mit Höhenangst zu kämpfen hatten. Das war gar nicht lustig. Aber auf die Idee muss man erst einmal kommen.
Alles gut gegangen. Auf einer kurzen Pause auf festem Untergrund konnten die Adrenalinspiegel auf ein Normalmaß gesenkt werden.
Nicht mehr weit und wir passierten Andelfingen, querten die Thur erneut über eine gedeckte Holzbrücke. Bis zur Ortsmitte von Alten erwartete uns eine schweißtreibende Rampe. Noch fünf Kilometer zur großen Pause im Rhygarte Ellikon am Rhein, schön bergab über Wald und Wiesen.
Bei Ellikon querten wir später den Rhein nach Deutschland. Da es dort keine Brücke gibt, war die Gierfähre „Rüedifaar“ das Vehikel unserer Wahl. Drei Fährfahrten brauchte es bis alle Räder und die Randonneure mit Gepäck übergesetzt waren. Tolle Sache.
Angekommen im heimischen Landkreis Waldshut war es nicht mehr weit bis Lottstetten. Von der Fähre bis zum Zollamt Solgen vor Rafz waren es 100 Höhenmeter, die überwunden werden mussten und damit nicht genug. Hinter Rafz galt es noch einen weiteren Höhenrücken zu überwinden auf ruhigem, asphaltiertem Weg bei ekligen 14 Steigungsprozenten. Dann war aber Schluss mit den Herausforderungen. Über Bühl kamen wir ins heimische Klettgau und frästen die letzten Kilometer mit raschem Tempo.
Beim hiesigen Italiener in Lauchringen bekamen wir reichlich Platz und erfeuten uns über die eine oder andere Getränkrunde, die von Spendern aus der Gruppe übernommen wurden. Vielen Dank.
Ja, hier in Lauchringen am heißen Sonntag Nachmittag war Ende der Tour "Bregenzer Wald-Allgäu-Oberschwaben-Thurgau-Hochrhein". Nach reichlichen Kilometern, Höhenmetern und Erfahrungen der letzten vier Tage und den nötigen Erfrischungen aktuell vor Ort machten sich die Jungs nach und nach auf ihren Heimweg. Einige fuhren mit ihren Velos noch nach Waldshut oder Geislingen. Andere hatten noch ihren Weg nach Basel oder Stuttgart vor sich. Allerdings nicht mit dem Velo. Wolfgang und Florian hatten sich schon in Konstanz verabschiedet. Wolfgang ist am See zu Hause und Florian musste noch nach Ulm.
Schön war´s auf jeden Fall und alles ist gut gegangen! Vielen Dank an alle Teilnehmer. Wir bleiben in Kontakt.
Weitere Bilder
Morgens am Bahnübergang in Kreuzlingen.
Hat etwas gedauert bis der Zug kam.
Kurze Pause in den Weinbergen. Ein Helm fehlte.
Hannes an einer der vielen Steigungen.
Ja, das ist das Schicksal des Fotografen. Die Jungs sind so schnell, die sieht man
nur von hinten....
Es ist Juni - Mohnblumen am Wegesrand.
Uups. Der rauscht ganz nah an uns vorbei.
Kritischer Blick bei der ersten Fährbeladung mit sechs Rädern.
Ob das was wird? Und ob.
Erfrischung vor der Fährfahrt.
Fähre Rüdifaar - Ellikon am Rhein - tolle Sache.
Übersichtskarte zur Sonntags-Etappe
Link zur Tour in Komoot
Link zum Photoalbum
Unsere interne Touren-Klassifikation = XL+
"XL+" steht heute für die Strecke von 80 bzw. 90 Km und 930 Hm.
| Interne Legende zur Tourengröße |
| S = bis 20 Kilometer | M = bis 50 Kilometer | L = bis 80 KM | XL = bis 110 KM | XXL = größer 110 KM |
| + = größer 500 Höhenmeter | ++ = größer 1000HM | +++ = größer 1500HM | ++++ = größer 2000HM |

