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Regensberg - Hochwacht - Lägern am 8. August 2026

IMG 9330Samstag, 8. August, 10:15Uhr. Start nach individueller Anfahrt aus Lauchringen, Kadelburg oder Waldshut beim Thermalbad in Bad Zurzach (CH). Heute war Hitze angesagt, richtige Hitze. Um diese Zeit war es noch einigermaßen erträglich.

Die morgendliche Frische war noch nicht ganz gewichen und der leichte Ostwind war als Gegenwind ausnahmsweise erwünscht und angenehm.

Nach Osten ging die Reise entlang dem Rheinradweg. Am Ortsausgang Zurzach hatten wir uns mit der geänderten Verkehrsführung gut zurechtgefunden. Die Strecke durch Rekingen und Rümikon bis kurz vor Kaiserstuhl war uns geläufig. Bei Fisibach änderte die Richtung nach Süden ins Bachsertal, die wir schon lange nicht mehr gefahren waren. Zu Beginn ohne Radweg nahmen wir halt die Straße, den Abzweig auf den dann doch beginnenden separaten Radstreifen hatten wir vorerst verpasst.

Ein uns überholender FIAT 500 wollte uns freundlich auf diesen Umstand mit dem Radweg hinweisen. Es ist dem Beifahrer nicht ganz gelungen. Aus dem Seitenfenster schälte sich mühsam ein echauffiertes Temperament winkte uns mit zwei ausgestreckten Armen und in der Verlängerung den bekannten zwei Mittelfingern: IHR WI…SER oder so ähnlich schallte uns ein doch nicht ganz so freundliches Echo aus dem Fahrtwind entgegen. Man konnte froh sein, dass er nicht aus dem Auto gefallen war.

Die Hitze schlägt sich hie und da wohl auf´s Gemüt nieder. Es war tatsächlich heißer geworden. By the way: Wir wollten ja eh auf den Radweg. Völlig unnötige Aktion also.

Der Radweg schlängelte sich weiter durch das Tal und hinter Bachs ging es leicht bergan. Der eine oder andere Rennvelo-Fahrer zog mit Tempo vorbei und einer davon war erneut ein unentspannter Zeitgenosse, der ohne eine Klingel Mühe hatte, auf sich aufmerksam zu machen. Als er dann den Mund aufbrachte und einen Weg an uns vorbei fand, begann er zu nuscheln. Etwas in schwyzerdütsch und der Art: „Ihr hännd doch E-Motoren, wurum chömmet ihr nit vorwärts“. Wir ließen ihn natürlich gewähren bei erneuter Verwunderung.

Auf der Kuppe tat sich die erste Aussicht auf. Die Alpen, die Burg Regensberg, der Lägerngrat und die Hochwacht. Die Hochwacht oben auf dem Lägerngrat war unser Ziel. Zur Entspannung gab es erst eine Abfahrt mit heißem Fahrtwind bis in den nächsten Ort: Dielsdorf.

Es begann der anstrengende Teil dieser Tour. Zuerst hoch nach Regensberg von 435Hm auf 600Hm, bei diesem Steigungsabschnitt wurde es auch unterm Helm recht warm.

Das mittelalterliche Landstädtchen und frühere Zentrum des westlichen Zürcher Unterlandes liegt auf einem Felssporn der Lägern hoch über Dielsdorf mit markantem Schloßturm, aufgeräumten Fachwerkhäusern und einer Aussicht unter anderem auf den Uetliberg, die Alpen und den Flughafen Zürich-Kloten. Ja, da kann man schonmal anhalten, sich am Brunnen abkühlen, etwas Luft holen und ein Bild machen.

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Bis zur Hochwacht sollten es nochmals 250 Hm sein, erst auf asphaltierter Straße, später im Wald auf schattigem Naturweg. Die wenig befahrene Straße selbst war trotz der nun hochsommerlichen Sonneneinstrahlung schön zu fahren, bis auf einen Schreckmoment.

Sehr zügig für diese Art Straße kam uns ein schwarzer BMW entgegen, im Begriff die vor uns liegende Kurve sportlich zu nehmen - was auch gelang. Unsere Erwartung in Anbetracht des Gegenverkehrs das Tempo zu verringern wurde nicht erfüllt. Im Gegenteil, hupend, wild gestikulierend und eher beschleunigend zog das Unheil an uns vorbei. Wäre ich gefragt worden, welches Problem den Lenker wohl einschränkte, ich hätte auf Drogen oder Alkohol getippt, vielleicht auch extreme Hitze im Innenraum des Fahrzeugs oder unterhalb des Haarschopfes.

Ich kann es vorwegnehmen. Unsere Abenteuer mit anderen Verkehrsteilnehmern waren für heute beendet. Auf dem staubigen Weg zur Hochwacht waren wir nicht alleine. Wanderer und andere Radfahrer waren reichlich unterwegs. Den Gipfel auf 859m erreichten wir auf dem verschatteten Weg auf angenehme Weise. Die markante, von weither sichtbare Radarkuppel ist dort beheimatet, ebenso eine wunderschöne Aussichtsplattform zu den Alpen hingewandt und das Bergrestaurant „Zur hohen Wacht“, welches wir unter einem kühlenden Kastanienbaum zur großen Pause nutzten.

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Die Abfahrt erneut auf dem staubigen Weg schüttelte unsere Lenker ordentlich durch, auch die operierte Schulter eines Radonneurs meldete leichte Überlastung. Als dieser Weg endete, zeigte sich nochmal die beeindruckende Aussicht auf Regensberg. Immer noch von weit oben.

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Aussicht auf Regensberg

Wir nahmen nun den anderen Weg. Und zwar hinab ins Limmattal durch Boppelsen und Otelfingen. Die Abfahrt selbst wurde der scharfen Kurven wegen an einem Verkehrsschild als gefährlich beschrieben. Gefühlt wollte diese Abfahrt einfach nicht mehr enden und es hat einfach Riesenspaß gemacht, da runter zu cruisen. Einzig: Mit jedem Meter bergab wurde es heiß und heißer.

Inzwischen waren wir auf der „Schweizer Nationalradroute 5“ unterwegs, bis Baden waren es noch 7 Kilometer. Auch hier waren wir nicht die einzigen, die sich bei dieser Hitze auf den Weg machten. Einige Radler mit Satteltaschen kamen entgegen und eine Gruppe mit Rennvelos zog in gutem Speed an uns vorbei.

Wir hielten auf dem Weg außerhalb des Badener Freibad mit exklusivem Blick auf den Sprungturm, der eine sehr hohe 10m-Plattform hergab. Ein Bademeister schaute dort oben in der Schlange der Willigen nach dem Rechten und wir folgten dem unterhaltsamen Treiben. Viele Kids bewiesen ihren Mut, manche kehrten wieder um und ein recht massiger Geselle überließ seinen Körper ohne zu zögern der Schwerkraft. Staunend verfolgte das Publikum den Einschlag der Wasserbombe, die eine gewaltige Fontäne hervorbrachte. Dennoch: Hut ab!

Es ging weiter zur Badener Hochbrücke in den lauschigen Freisitz unten an der Limmat zu Kaffee & Kuchen, Eis oder Eiscafé oder zur heißen Schokolade, die ich bestellt hatte. Mich wundernd, warum die Dame mich fragte, ob ich wirklich eine heiße Schokolade wollte. Sie hätten heute auch kalte Schokolade. Eigentlich hatte sie ja recht, aber so schnell konnte ich mich dann doch nicht umentscheiden. Kein Lüftchen, die Luft stand still und der Schatten des Sonnenschirms wanderte recht schnell an einen anderen Tisch. Dort wurde Geburtstag gefeiert. War ganz schön was los hier für die flirrende Hitze.

Auf zur letzten Etappe. Die weitere Fahrt durch Baden war nicht ganz einfach. Einige Baustellen forderten zum Mitdenken auf, ansonsten war der Radweg durch Nußbaumen, Siggenthal bis Döttingen bekannt. So langsam stellte sich der Ostwind wieder als Gegenwind ein, von Erfrischung keine Spur mehr. In Klingnau verpassten wir eine Abfahrt und mussten auf dem falschen Weg eine Wende vollziehen, die einem der Kameraden „fast die Fingerkuppe gekostet“ hätte. Man weiß es nicht, aber irgendwie hatte er einen Finger am Lenker eingeklemmt bekommen. War nicht lebensbedrohlich und bis nach Hause hat er es noch geschafft und später Entwarnung gegeben.

Ja, diese als „überschaubar“ beworbene Tour hatte uns nun doch den ganzen Tag in Bewegung gehalten, bevor wir uns ohne weiteren Blessuren nach einem Kaltgetränk in Waldshut verabschiedeten. Zwei, drei der Kollegen hatten die Badehose dabei und suchten zurecht nach Abkühlung im Waldshuter Strandbad.

Schön war es wiedermal, gemeinsam die Heimat zu erkunden. Bis zum nächsten Mal, bei möglichweise wieder anderen Temperaturen.

 

Bilder

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Treffpunkt in Bad Zurzach am Morgen. Christian und Hans.

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Schloßturm Regensberg

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Aussicht auf den Flughafen Kloten. Im Hintergrund der Säntis.

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Auf dem Marktplatz in Regensberg

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Von links: Christian, Heidi, Martin, Hans (vorne), Achim und Uli auf der
Aussichtsplattform Hochwacht.

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Die weithin sichtbare Radarkuppel auf der Hochwacht

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Aussicht auf den Uetliberg im nahen Zürich

Teilnehmer

Joachim Stoll, Christian Wagner, Hans Krämer, Uli Rotzinger, Heidi und Martin Ruppelt.

Tour in Komoot

 

Unsere Touren-Klassifikation = XL++

"XL++" steht heute für die Strecke von rund 90 Km und 1090 Hm.
(Netto hatte die Tour 67 km von Bad Zurzach bis zum Zoll nach Waldshut. Zzgl. inividuelle Anfahrt und Heimfahrt)

| Interne Legende zur Tourengröße |
| S = bis 20 Kilometer | M = bis 50 Kilometer | L = bis 80 KM | XL = bis 110 KM | XXL = größer 110 KM |
| + = größer 500 Höhenmeter | ++ = größer 1000HM | +++ = größer 1500HM | ++++ = größer 2000HM |